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Kredit umschulden – So sparen Sie Zinskosten

Kredit umschulden - UmschuldungskreditKredite können auf unterschiedliche Weise die eigene finanzielle Situation belasten. Darlehen, die vor langer Zeit aufgenommen wurden, haben möglicherweise viel zu hohe Zinsen, die nicht mehr zeitgemäß sind oder es wurden einfach viel zu viele einzelne Kredite aufgenommen. Um Altlasten zu verringern, kann eine Umschuldung sinnvoll sein. Im Folgenden erfahren Sie, welche Vorteile es haben kann, einen Kredit umzuschulden und was Sie dabei beachten sollten.

Was ist ein Umschuldungskredit?

Im Grunde handelt es sich dabei um einen ganz gewöhnlichen Ratenkredit. Dieser dient dem Zweck, andere Kredite abzulösen oder aufzustocken. Banken und andere Anbieter bieten hierfür entsprechende Verwendungszwecke bei der Kreditaufnahme.

  • Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, dass Sie die Umschuldung als Verwendungszweck angeben. Bei einer freien Verwendung müssen Sie sich selber darum kümmern, dass die bestehenden Darlehen abgelöst werden.

Deshalb werden bei einem Umschuldungskredit weitere Angaben von einer Bank gefordert, als bei einem gewöhnlichen Darlehen. Grundsätzlich müssen Sie folgende Angaben tätigen und Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Sie benötigen eine ausreichende Bonität
  • Geregeltes monatliches Einkommen und Gehaltsnachweise der letzten drei Monate
  • Alternativ die letzten Rentenbescheide oder im Falle einer Selbstständigkeit z.B. der letzte Einkommenssteuerbescheid
  • Vollständige Kontoauszüge der letzten Monate
  • Keine Negativ-Merkmale in der Schufa

Zusätzlich zu diesen Grundvoraussetzungen benötigt die Bank bei einer Umschuldung die Daten zu den bestehenden Krediten. Dazu zählen die Restsummen der einzelnen Darlehen, die Kreditgeber und meistens eine Ablösevollmacht, sofern Sie die Bank den Wechsel komplett für Sie übernimmt.

Liegen alle geforderten Daten vor, können Sie ein neues Darlehen aufnehmen, welches Ihre alten Kredite ablöst. Dadurch profitieren Sie vor allem durch niedrigere Zinsen. Zudem können Sie sich einen besseren Überblick über Ihre finanzielle Situation verschaffen, indem mehrere Kredite in einem zusammengefasst werden.

Wie funktioniert eine Umschuldung?

Bei einer Umschuldung wird der Vertrag eines alten Kredites gekündigt und die ausstehende Restsumme durch ein neues Darlehen finanziert. Ihre bestehenden Schulden werden zunächst nur von einem Kreditgeber zum anderen umverlagert. Eine gut durchdachte Vorabkalkulation entscheidet nun darüber, ob sich daraus ein Vorteil für Sie ergeben kann.

  • Sie sollten niemals unüberlegt einen Kredit umschulden!
  • Kalkulieren Sie im Vorfeld gewissenhaft alle damit verbundenen Kosten und holen Sie sich verschiedene Angebote zum Vergleich ein.
  • Wenden Sie sich gegebenenfalls an einen Fachanwalt für Kapitalrecht oder den Verbraucherschutz, um alle rechtlichen Fragen zu klären und keine Fehler zu begehen.

Haben Sie ein passendes Angebot gefunden, reichen Sie alle benötigten Unterlagen an den entsprechenden Anbieter weiter. Dieser wird sich in der Regel darum kümmern, dass Ihre bestehenden Kreditverträge ordnungsgemäß gekündigt und abgelöst werden.

Was Sie unbedingt beachten müssen

Neben der ausstehenden Restsumme des alten Kredites ist eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Umschuldung zu beachten. Banken sind gewinnorientierte Unternehmen und können bei einer vorzeitigen Tilgung der gesamten Restsumme eine Entschädigung für die ausfallenden Zinseinnahmen verlangen. Die Höhe einer Vorfälligkeitsentschädigung unterliegt gesetzlichen Bestimmungen und ist unter § 502 BGB festgelegt:

  • Beträgt die restliche Laufzeit mehr als ein Jahr wird 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags fällig.
  • Bei unter einem Jahr Restlaufzeit dürfen Banken nur 0,5 % der ausstehenden Summe verlangen.

Die Vorfälligkeitsentschädigung muss in die Kalkulation für einen Umschuldungskredit mit einfließen, da dieser Betrag später mitfinanziert werden muss. Sie dürfen also nicht nur auf die ausstehende Kreditsumme achten, die Sie einsparen möchten, sondern müssen diese zusätzlichen Kosten mit einbeziehen. Dennoch ist es in vielen Fällen nicht verkehrt, einen Kredit umschulden zu lassen, gerade in Phasen von niedrigen Zinsen können Sie so enorme Ersparnisse einfahren.

Achten Sie außerdem auf weitere Kosten, die durch zusätzliche Beratungsangebote anfallen können. Holen Sie sich am besten im Vorfeld Informationen dazu ein, was entsprechende Auskünfte beim Fachanwalt, einem Steuerberater oder bei der Verbraucherzentrale in Ihrem Fall kosten würden. Auch diese Kosten sollten Sie bei einer Umschuldung nicht außer Acht lassen, sofern Sie auf eine entsprechende Beratung angewiesen sind. Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, sich kompetente Fachauskunft einzuholen, damit Sie keine unerwarteten Überraschungen zu befürchten haben.

Kann eine Vorfälligkeitsentschädigung wegfallen?

Wenn Sie bei der gleichen Bank einen Kredit umschulden möchten, um diesen beispielsweise aufzustocken, verzichten diese manchmal auf die Vorfälligkeitsentschädigung. Die Banken machen das dann aus Kulanz, um eine langfristige Kundenbindung aufrechtzuerhalten. Wenn Sie einen bestehenden Kredit lediglich aufstocken möchten, da sich Ihre Bonität verbessert hat, ist es ratsam, das Gespräch mit dem Kreditgeber zu suchen. Häufig kommen diese Ihnen bei einem derartigen Anliegen entgegen.

Ansonsten gibt es noch aus rechtlicher Sicht Situationen, in denen eine Vorfälligkeitsentschädigung zu Ihren Gunsten entfallen kann:

  • Nach 10 Jahren entfällt bei einem Kreditvertrag die Zinsbindung. Kündigen Sie das Darlehen, hat der Kreditgeber keinen Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung. Zudem haben Sie ab diesem Zeitpunkt eine Frist von 6 Monaten, in der der Zinssatz neu verhandelbar ist.
  • Sollte die Widerrufsbelehrung in einem Kreditvertrag fehlerhaft sein, hat der Kreditgeber ebenfalls keinen Anspruch sein Recht auf eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend zu machen, wenn Sie vorzeitig kündigen sollten. Ziehen Sie im Zweifel einen Fachanwalt für Kapitalrecht hinzu, wenn Ihnen die genaue rechtliche Lage unklar sein sollte.
  • In manchen Fällen können Vorfälligkeitszahlungen als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Setzen Sie sich nach Möglichkeit mit einem Steuerberater in Verbindung, um zu klären, ob dieser Fall auf Sie zutrifft.

Wann ist ein Umschuldungskredit sinnvoll?

Grundsätzlich haben verschiedene Kriterien einen Einfluss darauf, ob sich eine Umschuldung anbietet oder nicht:

  • Wie hoch ist die Restschuld des bestehenden Kredites, also wie viel Geld müssen Sie der Bank noch zurückzahlen?
  • Wie lange ist noch die restliche Laufzeit?
  • Welchen Zinssatz hat Ihr alter Kredit?
  • Wie hoch ist eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung?
  • Welche monatliche Ratenhöhe können und wollen Sie in Zukunft bezahlen?

Gerade die Höhe der neuen Kreditrate sollte gut durchdacht werden. Hat sich in der letzten Zeit Ihre finanzielle Lage deutlich verbessert, können Sie überlegen den Umschuldungskredit mit einer höheren Rate und einer kürzeren Laufzeit anzusetzen. So profitieren Sie von der Zinsersparnis und können sich schneller von der Schuldenbelastung befreien. Eine Gehaltserhöhung könnte zum Beispiel ein geeigneter Zeitpunkt sein, um darüber nachzudenken, einen Kredit umschulden zu lassen.

Zudem sollten Sie die Zinsentwicklung im Auge behalten. Spielen Sie mit dem Gedanken, eine Umschuldung vorzunehmen, sollten Sie sich im Vorfeld etwas Zeit einräumen, um die aktuellen Veränderungen auf dem Zinsmarkt zu beobachten. So können Sie einen geeigneten Zeitpunkt abpassen und eine bestmögliche Ersparnis aus der Umschuldung einfahren.

Kredit umschulden – So sparen Sie Zinskosten
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